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Was kostet ein Hausbau? (Hausbau Kosten Schweiz vollständig berechnen)

  • Autorenbild: Simon Käslin
    Simon Käslin
  • 2. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Das vollständige Budget für den Hausbau in der Schweiz


Kurzzusammenfassung

Ein vollständiges Budget für einen Hausbau in der Schweiz entsteht erst, wenn alle Kostenarten sauber abgedeckt sind: Grundstück, Planung, Baukosten, Baunebenkosten, Reserve/Teuerung und Finanzierung. Viele Richtwerte aus dem Internet beziehen sich nur auf einen Teil davon und sind deshalb schwer vergleichbar. Dieser Beitrag zeigt eine klare Kostenlogik entlang der Kostenarten und verwendet für die Beispielrechnung eine einfache m³-Basis (Kubatur/Gebäudevolumen), damit Wohn- und Nebenbereiche getrennt bewertet werden können. Am Ende steht eine nachvollziehbare Beispielrechnung mit Baukosten in CHF/m³ für Wohnen und Nebenflächen sowie einer Ergänzung auf ein All-in Budget ohne Grundstück.


Modernes Haus in der Schweiz
Der Traum vieler: Ein Eigenheim. Aber was kostet dieses?

  1. Welche Kostenarten gehören zu einem vollständigen Hausbau-Budget?

  2. Warum sind m²-Kennzahlen oft schwer vergleichbar?

  3. Warum eignet sich eine m³-Rechnung für eine Grobschätzung?

  4. Welche Begriffe sind für die m³-Logik entscheidend?

  5. Welche Baukostenansätze in CHF/m³ gelten in der Beispielrechnung?

  6. Wie wird das Volumen in m³ einfach abgeleitet?

  7. Wie sieht die Beispielrechnung aus (120 m² Nettowohnfläche und 60 m² Nebenflächen)?

  8. Wie hoch sind die reinen Baukosten in diesem Beispiel (CHF/m³)?

  9. Wie entsteht daraus ein vollständiges Budget ohne Grundstück?

  10. Wie verteilt sich das All-in Budget auf die Kostenblöcke?

  11. Welche Faktoren verschieben eine m³-Schätzung am stärksten?

  12. Welche Kostenpositionen werden in der Praxis am häufigsten vergessen?

  13. Wie lässt sich das Modell auf Mehrfamilienhäuser übertragen?

  14. Warum entscheidet die frühe Kostenlogik oft über den Projekterfolg?


Eine saubere Vorarbeit zu Beginn schafft Klarheit. Wer Budget, Kubatur, Standard und Nebenflächen früh einordnet, legt die Grundlage für eine ruhige, zielgerichtete Planung. Genau dabei unterstützte ich dich gerne.



1. Welche Kostenarten gehören zu einem vollständigen Hausbau-Budget?

Ein vollständiges Budget besteht in der Regel aus sechs Blöcken:

  1. Grundstück (Kaufpreis plus Kaufnebenkosten wie Notariat, Grundbuch und je nach Kanton Steuern)

  2. Planung (Architektur, Fachplaner, Koordination, je nach Auftrag Bauleitung)

  3. Baukosten (Bauwerk, Technik, Ausbau, Umgebung in normalem Umfang)

  4. Baunebenkosten (Gebühren, Anschlüsse, Versicherungen, Baustellenbetrieb, Kontrollen, Abnahmen)

  5. Reserve und Teuerung (Puffer für Unvorhergesehenes und Preisänderungen)

  6. Finanzierungskosten (Baukredit-Zinsen und Bankgebühren während der Bauzeit)


Viele Zahlen beziehen sich nur auf die Baukosten. Für eine Gesamtbetrachtung reicht das nicht.


2. Warum sind m²-Kennzahlen oft schwer vergleichbar?

Quadratmeter-Zahlen unterscheiden sich häufig in drei Punkten:

  • Flächenbasis: Netto, Brutto, Wohnfläche, Nebenflächen, Energiebezugsfläche

  • Leistungsumfang: mit oder ohne Technik, Ausbau, Umgebung

  • Vollständigkeit: mit oder ohne Planung, Nebenkosten, Reserve, Finanzierung


Wer mit m² rechnet, muss diese Punkte zuerst sauber klären. Sonst werden Zahlen verglichen, die nicht dasselbe abbilden.


3. Warum eignet sich eine m³-Rechnung für eine Grobschätzung?

Eine m³-Rechnung (Kubatur/Gebäudevolumen) hat in der Budgetphase einen praktischen Vorteil: Wohn- und Nebenbereiche können getrennt bewertet werden, und die vertikale Dimension ist automatisch enthalten. Damit entsteht eine robuste, leicht verständliche Grobkennzahl, die später mit Plänen präzisiert werden kann.


Wichtig ist, die Annahmen transparent zu halten. Die Budgetphase braucht Nachvollziehbarkeit, nicht Millimeter-Perfektion.


4. Welche Begriffe sind für die m³-Logik entscheidend?

Drei Begriffe reichen für eine klare Darstellung:


4.1 Wohnvolumen (m³ Wohnen)

Volumenbereiche, die der Wohnnutzung dienen (Wohnen/Essen, Zimmer, Küche und interne Erschliessung innerhalb des Wohnbereichs).


4.2 Nebenvolumen (m³ Nebenflächen)

Volumenbereiche für Funktions- und Nebenräume (Keller, Technik, Waschen, Reduit, Abstellräume). Integrierte Garagen können je nach Projektlogik dazugehören, sofern sie Teil der Gebäudehülle sind.


4.3 Reine Baukosten und All-in ohne Grundstück

  • Reine Baukosten: Kosten für das Erstellen des Bauwerks nach dem gewählten Ansatzmodell

  • All-in ohne Grundstück: Reine Baukosten plus Planung, Baunebenkosten, Reserve/Teuerung und Bauzeit-Finanzierung


Damit ist eindeutig: Es gibt eine m³-Kennzahl für reine Baukosten und eine zweite für ein vollständiges Budget ohne Grundstück.


5. Welche Baukostenansätze in CHF/m³ gelten in der Beispielrechnung?

Für die Beispielrechnung gelten die vorgegebenen Ansatzwerte für reine Baukosten:

  • Wohnen: 800–1’200 CHF pro m³

  • Nebenflächen: 650 CHF pro m³


Diese Trennung ist in der Praxis hilfreich, weil Nebenflächen oft unterschätzt werden, obwohl sie je nach Baugrund und Ausführung erhebliche Kosten verursachen können.


6. Wie wird das Volumen in m³ einfach abgeleitet?

Für eine Grobschätzung braucht es zwei Annahmen:

  • Netto → „brutto wirksam“: +20% (Faktor 1.20) Diese Annahme bildet konstruktive Anteile (Wände, Schächte) pauschal ab.

  • mittlere Geschosshöhe: 2.8 mAls einfache, praxisnahe Ausgangsbasis für die Volumenbildung.


Die Logik bleibt bewusst einfach: Nettoflächen werden getrennt nach Nutzungsart erfasst, mit einem Faktor korrigiert und über eine Höhe in m³ überführt.


7. Wie sieht die Beispielrechnung aus (120 m² Nettowohnfläche und 60 m² Nebenflächen)?

Ausgangslage (alles netto):

  • Nettowohnfläche: 120 m²

  • Nebenflächen: 60 m²


7.1 Nettoflächen in „brutto wirksame“ Flächen überführen

  • Wohnen: 120 × 1.20 = 144 m²

  • Nebenflächen: 60 × 1.20 = 72 m²


7.2 Volumen in m³ ableiten

  • Wohnvolumen: 144 × 2.8 = 403 m³

  • Nebenvolumen: 72 × 2.8 = 202 m³

Damit sind Wohnen und Nebenflächen als Volumen getrennt erfasst.


8. Wie hoch sind die reinen Baukosten in diesem Beispiel (CHF/m³)?


8.1 Reine Baukosten für Wohnen

  • 403 m³ × 800 CHF/m³ = 322’400 CHF

  • 403 m³ × 1’200 CHF/m³ = 483’600 CHF


8.2 Reine Baukosten für Nebenflächen

  • 202 m³ × 650 CHF/m³ = 131’300 CHF


8.3 Reine Baukosten gesamt

  • untere Spanne: 322’400 + 131’300 = 453’700 CHF

  • obere Spanne: 483’600 + 131’300 = 614’900 CHF


Ergebnis: reine Baukosten ca. 454’000 bis 615’000 CHF


Diese Zahl ist bewusst als reine Baukosten ausgewiesen. Planung, Nebenkosten, Reserve und Finanzierung sind hier noch nicht enthalten.


9. Hausbau Kosten Schweiz vollständig berechnen ohne Grundstück?

Wie kann man die Hausbau Kosten Schweiz vollständig berechnen? Für eine robuste Budgetlogik (ohne Grundstück) wird häufig mit folgender Verteilung gearbeitet:

  • Baukosten: 70%

  • Planung: 10%

  • Baunebenkosten: 8%

  • Reserve/Teuerung: 10%

  • Finanzierung Bauzeit: 2%= 100%


Daraus ergibt sich die einfache Umrechnung:

All-in ohne Grundstück ≈ Reine Baukosten / 0.70

Das entspricht einem Faktor von 1.43.


9.1 All-in ohne Grundstück im Beispiel

  • untere Baukosten: 453’700 × 1.43 ≈ 649’000 CHF

  • obere Baukosten: 614’900 × 1.43 ≈ 879’000 CHF

Ergebnis: All-in ohne Grundstück ca. 650’000 bis 880’000 CHF


10. Wie verteilt sich das All-in Budget auf die Kostenblöcke?

Zur Orientierung dient der Mittelwert:

  • Reine Baukosten (Mittel): (453’700 + 614’900) / 2 ≈ 534’300 CHF

  • All-in ohne Grundstück: 534’300 × 1.43 ≈ 764’000 CHF


Verteilung (gerundet):

  • Baukosten (70%): ca. 535’000 CHF

  • Planung (10%): ca. 76’000 CHF

  • Baunebenkosten (8%): ca. 61’000 CHF

  • Reserve/Teuerung (10%): ca. 76’000 CHF

  • Finanzierung Bauzeit (2%): ca. 15’000 CHF


Damit wird klar, wie gross die Budgetanteile ausserhalb der eigentlichen Baukosten sind.


11. Welche Faktoren verschieben eine m³-Schätzung am stärksten?

Die grössten Hebel sind:

  • Geschosshöhen und zusätzliche Volumen (Dach, Attika, Technikbereiche)

  • Netto→Brutto-Faktor (kompakte Gebäude tiefer, komplexe höher)

  • Untergeschoss/Keller (Aushub, Abdichtung, Beton, Terrain)

  • Terrain und Umgebung (Stützmauern, Entwässerung, Zufahrt)

  • Ausbaustandard und Technik (Bäder, Küche, PV, Lüftung, Komfort)

Je früher diese Punkte eingeordnet sind, desto stabiler wird das Budget.


12. Welche Kostenpositionen werden in der Praxis am häufigsten vergessen?

Häufig fehlen oder sind zu knapp budgetiert:

  • Umgebung und Entwässerung

  • Terrain und Stützmauern bei Hanglagen

  • Anschlusskosten und Gebühren

  • Reserve/Teuerung als echter Puffer

  • Bauzeit-Finanzierung


Ein vollständiges Budgetmodell macht diese Positionen von Anfang an sichtbar.


13. Wie lässt sich das Modell auf Mehrfamilienhäuser übertragen?

Die Logik bleibt gleich: Volumen nach Nutzungsart bewerten, danach auf ein vollständiges Budget ohne Grundstück ergänzen. Beim Mehrfamilienhaus kommen typischerweise zusätzliche Anforderungen aus Erschliessung, Schall- und Brandschutz sowie Koordination der Technik dazu. Gleichzeitig kann die Effizienz pro Einheit durch Kompaktheit und Wiederholungen besser ausfallen.


14. Warum entscheidet die frühe Kostenlogik oft über den Projekterfolg?

Ein Budget wird nicht dadurch stabil, dass es knapp gerechnet wird, sondern dadurch, dass es vollständig gerechnet wird. Wer die Kostenarten früh sauber trennt und konsequent zusammenführt, reduziert Nachträge, Fehlentscheide und hektische Korrekturen in späten Projektphasen.


Eine saubere Vorarbeit zu Beginn schafft Klarheit. Wer Budget, Kubatur, Standard und Nebenflächen früh einordnet, legt die Grundlage für eine ruhige, zielgerichtete Planung. Genau dabei unterstützte ich dich gerne.




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