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Grundstücksanalyse vor Kauf: Was sie ist, wann du sie brauchst und wie sie dich vor teuren Fehlern schützt

  • Autorenbild: Simon Käslin
    Simon Käslin
  • 25. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Kurzfassung

Eine Grundstücksanalyse zeigt, was auf einem Grundstück wirklich machbar ist und welche Risiken bestehen. Sie schützt vor Fehlkäufen, falschen Annahmen und unnötigen Kosten. In diesem Beitrag beantworte ich die wichtigsten Fragen von Bauherren und zeige, warum die unabhängige Prüfung durch einen Architekten vor jedem Kauf entscheidend ist.


Luftaufnahme mehrerer Grundstücke
Die Auswahl an Kaufobjekten ist begrenzt, dennoch ist eine saubere Vorabklärung essentiell.



1. Was ist eine Grundstücksanalyse vor Kauf?

Eine Grundstücksanalyse ist die unabhängige, fachkundige Prüfung eines Baugrundstücks. Sie zeigt, was baurechtlich, technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Der Unterschied zu Verkaufsunterlagen oder Aussagen von Maklern: Die Analyse wird professionell interpretiert und deckt zusätzlich Potenziale und Risiken auf, die Laien oft nicht erkennen.

Für Bauherren bedeutet das: Du weisst frühzeitig, was das Grundstück wirklich kann und ob es zu deinen Vorstellungen passt.


2. Wie finde ich heraus, was ich auf einem Grundstück bauen darf?

Was erlaubt ist, ergibt sich aus verschiedenen Unterlagen wie:

  • Zonenordnung

  • Bau- und Zonenreglement

  • Ausnützung und Baumassenziffer

  • Gebäudehöhen, Abstände, Baulinien

  • Dienstbarkeiten und Grundbuch

  • Kataster, Gestaltungspläne und Spezialvorschriften


Eine Grundstücksanalyse fasst nicht nur alle Regeln zusammen, sondern interpretiert sie so, dass du klar verstehst:

  • wie viel Wohn- oder Nutzfläche möglich ist

  • welches Volumen realistisch machbar ist

  • wo Einschränkungen liegen

  • wo zusätzliche Potenziale entstehen können

Damit bekommst du eine konkrete Machbarkeitsaussage, nicht nur theoretische Werte.


3. Wie erkenne ich, ob der Preis eines Grundstücks angemessen ist?

Der Wert eines Grundstücks hängt nicht vom Landpreis pro Quadratmeter ab, sondern vom baurechtlichen Potenzial.


Der Architekt prüft:

  • wie viel Wohnfläche realisierbar ist

  • ob Einschränkungen den Wert mindern

  • ob der Preis zur möglichen Nutzung passt

  • wie wirtschaftlich sich das Grundstück entwickeln lässt

Steht ein altes Gebäude darauf, bezahlt man praktisch nur den Bodenwert. Bei neueren Gebäuden kann zusätzlich ein Hausschätzer sinnvoll sein aber für das Grundstück selbst ist ein Architekt unverzichtbar.


4. Wieso sollte man eine Grundstücksanalyse machen?

Sie liefert Sicherheit, bevor du eine sehr grosse Investition tätigst.

Du erkennst:

  • was auf dem Grundstück wirklich möglich ist

  • ob es zu deinem Budget passt

  • ob das Grundstück zu gross oder zu klein ist

  • welche Risiken bestehen

  • welche Potenziale genutzt werden können

  • wie die groben Baukosten aussehen könnten


Kurz: Die Analyse verhindert Fehlkäufe und spart Zeit, Geld und Nerven.


5. Wer führt eine Grundstücksanalyse durch?

In der Regel macht das der Architekt. Er bringt die notwendige Erfahrung mit in:

  • Baurecht

  • Volumen- und Flächenberechnung

  • Wirtschaftlichkeit

  • technische Machbarkeit

  • Interpretation der Unterlagen


Andere Fachpersonen können auch Analysen anbieten, aber der Architekt denkt gleich die spätere Planung und deine Wünsche mit, das macht die Analyse verlässlicher.


6. Wann macht eine Grundstücksanalyse Sinn?

Am meisten bringt sie:

  • vor dem Kauf

  • vor dem ersten Entwurf

  • bei Inseraten mit widersprüchlichen oder unklaren Angaben

  • wenn du unsicher bist, ob das Grundstück zum Budget passt

  • wenn ein bestehendes Projekt unlogisch wirkt


Je früher du Klarheit hast, desto besser kannst du entscheiden und verhandeln.


7. Wie läuft eine Grundstücksanalyse ab?

  1. Erstgespräch: Wünsche, Budget, geplante Nutzung klären

  2. Unterlagen beschaffen: Grundbuch, Reglemente, Zonenplan, Dienstbarkeiten

  3. Baurecht prüfen: Regeln und Einschränkungen verstehen und interpretieren

  4. Flächen und Volumen berechnen: realistisch, nicht theoretisch

  5. Potenziale und Risiken erkennen

  6. Grobe Kostenschätzung: unverbindlich, aber hilfreich

  7. Kurzbericht mit Empfehlung: verständlich, klar und entscheidungsfähig


Der Bericht bildet das Grundstück vollständig ab, verständlich und ohne Fachjargon.


8. Wie lange dauert eine Grundstücksanalyse?

Meist liegt das Ergebnis innerhalb einer Woche vor. Der tatsächliche Aufwand beträgt je nach Komplexität einige Stunden.


9. Was machen Architekt und Bauherr?

Bauherrschaft liefert:

  • Hintergrundinfos, Wünsche, Prioritäten

  • vorhandene Unterlagen

  • bei Bedarf Grundbuchauszug und Dienstbarkeiten


Der Architekt übernimmt:

  • die komplette Beschaffung weiterer Unterlagen

  • die Analyse

  • die Berechnung von Flächen und Volumen

  • die Kostenschätzung

  • die Risiko- und Potenzialbewertung

  • die Erstellung des Berichts und die Empfehlung


Du hast wenig Aufwand, bekommst aber maximale Sicherheit.


10. Was sagt das Ergebnis der Grundstücksanalyse aus?

Der Bericht zeigt dir:

  • wie viel Wohn- oder Nutzfläche möglich ist

  • welches Volumen realisierbar ist

  • ob das Grundstück zu deinen Vorstellungen passt

  • ob das Budget ausreicht

  • welche Risiken beachtet werden müssen

  • welche Potenziale genutzt werden können

  • ob sich der Kauf lohnt oder nicht


Es ist die komplette Entscheidungsgrundlage für dein Bau- oder Kaufvorhaben.


11. Unterschied zwischen Grundstücksanalyse und Volumenstudie

Grundstücksanalyse:

  • basiert auf Unterlagen, Berechnungen und Interpretation

  • zeigt Potenzial, Risiken und Machbarkeit

  • noch ohne geometrischen Entwurf

Volumenstudie:

  • erster geometrischer Entwurf

  • zeigt Form, Höhe und Ausdehnung des Gebäudes

  • visualisiert die räumliche Nutzung

  • deckt weitere Optimierungsmöglichkeiten auf


Empfohlen ist: erst Grundstücksanalyse vor Kauf, dann Volumenstudie. Beides sind Bestandteile eines seriösen Planungsprozesses.


12. Risiken beim Grundstückskauf (mit zwei Fallbeispielen)

Fallbeispiel 1: Grundstück zu gross gekauft. Budget verbrannt

Eine Bauherrschaft kaufte ein grosses Grundstück zum ausgeschriebenen Preis. Erst später zeigte sich, dass es für das geplante EFH viel zu gross war. Ein grosser Teil des Budgets floss ins Land statt ins Gebäude, beim Haus musste stark gespart werden. Eine Analyse hätte sofort gezeigt, dass ein kleineres Grundstück sinnvoller gewesen wäre.


Fallbeispiel 2: „Schnäppchen“ entpuppt sich als Falle

Ein sehr günstiges Grundstück wurde angepriesen, doch die Analyse zeigte: Der grösste Teil lag im Waldabstand, also absolut unbebaubar. Der restliche Teil unterlag einem Gestaltungsplan, der nochmals fast alles einschränkte.

Fazit: Für einen winzigen Baubereich wäre ein viel zu hoher Preis bezahlt worden.



Möchtest du ein Grundstück prüfen lassen oder brauchst du Klarheit für deinen nächsten Schritt?

Melde dich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch. Ich unterstütze dich dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.



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