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Vorprojekt Hausbau Schweiz: Inhalt, Kosten, Ablauf, Fehler und Qualitätskriterien

  • Autorenbild: Simon Käslin
    Simon Käslin
  • vor 7 Tagen
  • 11 Min. Lesezeit

Kurzzusammenfassung

Das Vorprojekt ist in der Schweiz die Phase, in der aus einer Idee ein belastbares Gebäudekonzept wird. Ein Vorprojekt ist die Phase, in der das Gebäude konzeptionell so weit entwickelt wird, dass Baurecht, Nutzung, Volumen und Kosten als Entscheidungsgrundlage zusammenpassen. Für viele Bauherren ist es zudem der erste Moment, in dem das Projekt wirklich greifbar wird: Volumen, Zugänge, Aussenräume, Fenster und Räume sind erstmals sauber sichtbar und diskutierbar. Gerade in dieser Phase unterstützt raumwert plus oft mit Zweitmeinungen, Grundlagenchecks und einer nüchternen Einordnung von Varianten, Kostenannahmen und Risiken. In dieser Phase werden Varianten geprüft, Flächen und Volumen plausibilisiert, Risiken sichtbar gemacht und eine erste Kostenschätzung (oft nach BKP/eBKP) aufgebaut. Viele spätere Probleme entstehen, weil im Vorprojekt zu früh entschieden oder zu wenig konsequent geprüft wird.


Personen studieren an Architektenplänen
Die Planung eines Vorprojektes stellt wichtige Weichen für das Bauprojekt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist ein Vorprojekt?

  2. Warum wird das Projekt im Vorprojekt für viele Bauherren erstmals greifbar?

  3. Brauchen Sie ein Vorprojekt zwingend oder reicht eine Skizze?

  4. Wann ist der beste Zeitpunkt, um ein Vorprojekt zu starten?

  5. Welche Fragen muss ein gutes Vorprojekt beantworten?

  6. Welche Unterlagen braucht es für ein Vorprojekt in der Schweiz?

  7. Wie läuft ein Vorprojekt in der Praxis konkret ab?

  8. Welche Ergebnisse sollten nach dem Vorprojekt vorliegen?

  9. Was kostet ein Vorprojekt für ein EFH in der Schweiz?

  10. Was kostet ein Vorprojekt für ein MFH in der Schweiz?

  11. Wie genau ist die Kostenschätzung im Vorprojekt?

  12. Welche Kostentreiber werden im Vorprojekt festgelegt?

  13. Welche typischen Fehler passieren im Vorprojekt am häufigsten?

  14. Woran erkennen Sie als Laie, ob ein Vorprojekt gut ist?

  15. Wie viele Varianten sollten im Vorprojekt geprüft werden?

  16. Was ist beim EFH anders als beim MFH?

  17. Drei Praxisbeispiele: typische Situationen und konkrete Entscheidungen

  18. Welche Rolle spielen SIA 112 und SIA 102 in der Vorprojektphase?

  19. Was ist der Unterschied zwischen Vorprojekt und Baueingabe?

  20. Was passiert nach dem Vorprojekt bis zur Baueingabe



Haben Sie Fragen zum Vorprojekt oder sind unsicher bei wichtigen Entscheiden?

Ein kurzer Austausch hilft, Annahmen zu klären und Risiken früh einzuordnen.



1. Was ist ein Vorprojekt?

Das Vorprojekt ist die Planungsphase, in der ein Bauvorhaben erstmals so konkret wird, dass sich zentrale Entscheide sauber treffen lassen. In der Schweiz orientieren sich viele Planungsabläufe an den SIA-Phasen (SIA 112). In vielen Schweizer Projekten entspricht das Vorprojekt der Phase 31 nach SIA 112. Das Vorprojekt liegt dort in der Projektierung, bevor die Unterlagen für die Baueingabe final ausgearbeitet werden.


Im Vorprojekt geht es nicht darum, jedes Detail zu planen. Es geht darum, das Konzept so weit zu entwickeln, dass Baurecht, Nutzung, Volumen, Erschliessung, technische Grundstrategie und Kostenlogik zusammenpassen. Für Bauherren ist das der Punkt, an dem aus einer Idee ein Projekt wird, das sich prüfen, erklären und finanzieren lässt.


Typische Inhalte eines Vorprojekts sind:

  • Raumprogramm oder Pflichtenheft als klare Grundlage

  • Entwurfspläne (Grundrisse, Schnitt, Ansichten) in einem sinnvollen Detaillierungsgrad

  • Variantenvergleich (mindestens eine echte Alternative, oft mehrere)

  • baurechtliche Einordnung (Zonenlogik, Masse, Abstände, Parkierung, Auflagen)

  • erste technische Grundentscheide (z.B. Technikraum, Schächte, Heizsystem grob)

  • strukturierte Kostenschätzung mit Annahmen und Bandbreiten (BKP/eBKP)


raumwert plus wird in dieser Phase oft dann hinzugezogen, wenn eine unabhängige Einordnung gewünscht ist, zum Beispiel bei knappen Budgets, bei komplexen Grundstücken oder wenn Varianten zwar existieren, aber schwer vergleichbar sind.


2. Warum wird das Projekt im Vorprojekt für viele Bauherren erstmals greifbar?

Vor dem Vorprojekt bestehen oft Bilder, Wünsche, Beispiele aus dem Internet und ein grober Budgetrahmen. Im Vorprojekt entsteht erstmals ein sauberes Bauvolumen und eine Grundrisslogik, die sich räumlich nachvollziehen lassen. Das ist für Bauherren ein wichtiger Schritt, weil Entscheidungen ab hier nicht mehr abstrakt sind, sondern sichtbar werden.


Im Vorprojekt erkennen Sie typischerweise zum ersten Mal, wie das Haus auf dem Grundstück sitzt, wie die Zugänge funktionieren, welche Aussenräume entstehen und wie sich Räume zueinander verhalten. Damit wird es möglich, Varianten realistisch zu beurteilen und nicht nur nach Gefühl zu entscheiden. Gerade bei Einfamilienhäusern ist das oft der Moment, in dem die Nutzung im Alltag überhaupt erst durchdacht werden kann, zum Beispiel Wege, Stauraum, Licht, Privatsphäre und Aussenbezüge.

Sobald das Projekt greifbar ist, braucht es klare Kriterien, damit aus einem ersten Eindruck eine belastbare Entscheidung wird.


3. Brauchen Sie ein Vorprojekt zwingend oder reicht eine Skizze?

Eine Skizze kann helfen, Ideen zu sammeln, aber sie ersetzt kein Vorprojekt, wenn Bewilligungsfähigkeit und Finanzierung ernsthaft geprüft werden müssen. In der Schweiz sind Baurecht, Abstände, Höhen, Parkierung und Auflagen oft der limitierende Faktor, nicht die Kreativität. Ohne Vorprojekt werden diese Grenzen häufig erst später sichtbar, dann aber mit mehr Kosten und mehr Zeitverlust.


Ein Vorprojekt ist besonders wichtig, wenn das Grundstück anspruchsvoll ist (Hang, Erschliessung, Nähe zu Grenzen, Lärm), wenn das Budget knapp ist oder wenn eine Vermietung geplant ist. Bei Mehrfamilienhäusern ist es praktisch immer zentral, weil Flächeneffizienz, Erschliessung, Parkierung, Technik und Bewilligungsrisiken zusammen betrachtet werden müssen.


raumwert plus unterstützt in dieser Situation typischerweise als neutraler Qualitätsfilter, bevor unnötig Zeit und Budget in eine Richtung fliesst: Annahmen prüfen, Varianten vergleichbar machen, Risiken sichtbar machen und Entscheidungen belastbarer aufsetzen.


4. Wann ist der beste Zeitpunkt, um ein Vorprojekt zu starten?

Der beste Zeitpunkt ist erreicht, sobald Grundstück und Nutzung klar sind und ein realistischer Budgetrahmen existiert, aber bevor grosse Planungskosten entstehen und bevor Sie sich emotional an eine Lösung binden. Wenn ein Grundstückkauf bevorsteht, ist ein früher Start besonders sinnvoll, damit nicht auf Annahmen gekauft wird.


Zu spät ist es häufig, wenn die Baueingabe bereits terminiert ist und kaum noch Spielraum besteht. Dann werden Varianten oft nur noch oberflächlich geprüft oder gar nicht mehr. Auch ein typischer Spätfehler ist, dass man eine Lösung bis in Details entwickelt, obwohl die Grundlagen (Dienstbarkeiten, Baulinien, Erschliessung) noch nicht sauber geklärt sind.

Wenn Sie das Vorprojekt als eigenständigen Entscheidungsblock verstehen, entsteht meist mehr Ruhe im weiteren Prozess.


5. Welche Fragen muss ein gutes Vorprojekt Hausbau Schweiz beantworten?

Ein gutes Vorprojekt ist dann brauchbar, wenn es Fragen so beantwortet, dass Sie die Konsequenzen verstehen und vertreten können. Es geht dabei um vier Ebenen, die zusammenpassen müssen: Recht, Funktion, Kosten und Risiko. Wenn eine Ebene fehlt, wird der nächste Schritt unsicher.


Ein Vorprojekt muss typischerweise klären:

  • Passt das Vorhaben baurechtlich zum Grundstück (Zone, Masse, Abstände, Parkierung, Auflagen)?

  • Funktioniert die Nutzung im Alltag (EFH) oder im Markt (MFH, Vermietbarkeit, Nebenräume)?

  • Was kostet das Projekt in einer realistischen Bandbreite und welche Annahmen liegen dahinter?

  • Welche Risiken und offenen Punkte sind vorhanden (Dienstbarkeiten, Baugrund, Einsprachen, Technik, Termine)?


Ein häufiger Fehler ist, dass zwar ein schöner Entwurf entsteht, aber die Entscheidungslogik dahinter nicht dokumentiert ist. Später fehlt dann die Begründung, warum man genau diese Lösung gewählt hat.


6. Welche Unterlagen braucht es für ein Vorprojekt in der Schweiz?

Viele Probleme entstehen nicht wegen schlechter Planung, sondern wegen fehlender Grundlagen. Gerade in der Schweiz können Dienstbarkeiten, Baulinien oder Erschliessungsfragen ein Projekt stark beeinflussen. Je früher diese Themen sauber auf dem Tisch sind, desto weniger Umplanungen entstehen.


Typisch benötigte Unterlagen sind:

  • Grundbuchauszug und Dienstbarkeiten (Wegrechte, Leitungsrechte, Baubeschränkungen)

  • Bau- und Zonenordnung sowie Zonenplan der Gemeinde

  • Situationsplan / amtliche Vermessung, Höhenkoten, relevante Abstände (z.B. Baulinien, Gewässer, Wald)

  • Erschliessungsinformationen (Zufahrt, Werkleitungen, Kanalisation)

  • bei Umbau: Bestandspläne, Hinweise zur Substanz

  • Budgetrahmen und Nutzungsziele (Eigennutzung, Vermietung, Einliegerwohnung, Zukunftsflexibilität)


Wenn diese Grundlagen lückenhaft sind, sind Entwürfe oft nur scheinbar konkret. Ein typischer Beitrag von raumwert plus ist hier die strukturierte Prüfung von Grundbuch/Dienstbarkeiten, Baurechtsrahmen und Erschliessung, damit die Entwurfsarbeit auf belastbaren Grundlagen aufbaut.


7. Wie läuft ein Vorprojekt in der Praxis konkret ab?

Ein gutes Vorprojekt ist ein gesteuerter Prozess. Es beginnt mit Zielklärung und endet mit einem Entscheid. Dazwischen braucht es Varianten, Vergleiche und einen sauberen Abgleich mit Baurecht und Kosten. Wenn dieser Ablauf nicht bewusst geführt wird, entstehen häufig unstrukturierte Iterationen und das Gefühl, dass zwar geplant wird, aber die Sicherheit nicht zunimmt.


Typisch startet das Vorprojekt mit der Klärung von Prioritäten, Budget, Zeitrahmen und Nutzung. Danach folgt ein Baurechts- und Grundlagencheck, damit keine Entwurfszeit in Richtungen fliesst, die ohnehin nicht bewilligungsfähig sind. Anschliessend werden meist zwei bis drei echte Varianten entwickelt. Echt heisst: nicht nur kosmetisch, sondern funktional, räumlich oder wirtschaftlich relevant. Diese Varianten werden anhand definierter Kriterien verglichen und eingegrenzt.


Am Ende folgt die Verdichtung der Favoritenvariante: Pläne werden klarer, Flächenkennzahlen werden sauber, technische Grundentscheide werden plausibilisiert, und die Kostenschätzung wird strukturiert aufgebaut. Ein gutes Vorprojekt endet nicht mit Plänen, sondern mit einem nachvollziehbaren Entscheid.


8. Welche Ergebnisse sollten nach dem Vorprojekt vorliegen?

Nach dem Vorprojekt sollte die nächste Phase nicht mehr aus Suchen bestehen, sondern aus Ausarbeiten. Als Bauherrschaft sollten Sie die wesentlichen Grundlagen in verständlicher Form vorliegen haben. Das ist nicht nur fachlich wichtig, sondern auch praktisch: Viele Bauherren können erst mit diesen Ergebnissen wirklich beurteilen, ob sie sich in dieser Lösung wiederfinden.


Nach dem Vorprojekt sollten in der Regel vorliegen:

  • Pläne (Grundrisse, Schnitt, Ansichten) als Entscheidungsbasis

  • Flächen- und Volumenkennzahlen, nachvollziehbar getrennt

  • baurechtliche Einordnung (welche Regeln sind massgebend, wo sind Grenzen)

  • Variantenentscheid mit Begründung

  • Kostenschätzung mit Bandbreiten, Annahmen und Reserve-Logik

  • Liste offener Punkte und Risiken


Wenn diese Elemente fehlen, wird der Schritt zur Baueingabe oft unnötig unruhig. Wenn einzelne Punkte davon fehlen oder unscharf sind, hilft oft eine kurze Zweitmeinung von raumwert plus, um Annahmen, Kennzahlen und offene Risiken zu schliessen, bevor es in die Baueingabe geht.


9. Was kostet ein Vorprojekt für ein EFH in der Schweiz?

Die Kosten variieren stark. Bandbreiten sind sinnvoller als Fixwerte, weil Grundstück, Komplexität, Variantenumfang und gewünschte Tiefe unterschiedlich sind. Als Orientierung liegt ein Vorprojekt EFH Schweiz häufig zwischen ca. CHF 10’000 und 60’000. Bei einfachen Ausgangslagen und klaren Rahmenbedingungen eher unten, bei Hanglage, komplexem Baurecht oder mehreren Varianten eher höher.


Wichtig ist nicht nur die Höhe, sondern die Gegenleistung: Ein Vorprojekt ist dann wirtschaftlich, wenn es tragfähige Entscheidungen ermöglicht und spätere Korrekturschleifen reduziert. Ein sehr günstiges Vorprojekt kann teuer werden, wenn es Baurecht, Kosten oder Risiken nicht sauber abbildet und später vieles wieder verändert werden muss.


10. Was kostet ein Vorprojekt für ein MFH in der Schweiz?

Bei Mehrfamilienhäusern sind die Bandbreiten grösser. Grob kann man je nach Grösse und Komplexität mit ca. CHF 20’000 bis 180’000+ rechnen. Der Aufwand ist höher, weil zusätzlich Themen wie Parkierung, Erschliessung, Brandschutz, Flächeneffizienz und Marktgängigkeit in mehreren Wohnungen zu lösen sind. Entsprechend liegt ein Vorprojekt Hausbau Schweiz MFH Schweiz je nach Projekt deutlich über einem EFH.


Ein entscheidender Punkt ist, ob Varianten wirklich vergleichbar gerechnet und geprüft werden. Gerade bei MFH wirken kleine Änderungen an Erschliessung, Nebenräumen oder Wohnungszuschnitten oft mehrfach und haben grosse Auswirkungen auf Kosten, Vermietbarkeit und Ertrag. Raumwert plus wird bei MFH-Vorprojekten häufig dort einbezogen, wo genau diese Wirkung früh sichtbar gemacht werden soll.


11. Wie genau ist die Kostenschätzung im Vorprojekt?

Eine Vorprojekt-Kostenschätzung ist eine Schätzung, keine Offerte. Sie sollte als Bandbreite verstanden werden, weil viele Details noch nicht festgelegt sind und Marktpreise schwanken. Je klarer Standard, Volumen und technische Grundentscheide sind, desto belastbarer wird sie. Entscheidend ist, dass Annahmen transparent sind und Kostentreiber klar benannt werden.


Als Bauherrschaft lohnt es sich, auf die Struktur zu achten: Eine Schätzung nach BKP/eBKP mit plausiblen Annahmen ist als Entscheidungsgrundlage meist deutlich besser als eine Einzelzahl ohne Erklärung.


12. Welche Kostentreiber werden im Vorprojekt festgelegt?

Viele Bauherren glauben, Baukosten seien vor allem ein Offertenthema. In der Praxis werden grosse Teile der Kosten im Konzept festgelegt. Das Vorprojekt ist daher die Phase, in der Kostenhebel sichtbar und steuerbar sind. Wer hier sauber entscheidet, muss später weniger korrigieren.


Typische Kostentreiber sind Gebäudekomplexität (viele Ecken, Versprünge, komplizierte Dachformen), Untergeschosse (Aushub, Abdichtung, Baugrundrisiken), grosse Spannweiten und Glasflächen (Tragwerk, Detailaufwand), technische Standards (Wärmepumpe, Erdsonde, Komfortlüftung, PV-Integration), sowie Erschliessung und Umgebung (Zufahrt, Stützmauern, Terrainmodellierung). Beim MFH kommt die Parkierungslösung häufig als grosser Hebel dazu, ebenso die Erschliessung (Treppenhaus, Lift, Schächte).


Wer bei knappen Budgets im Vorprojekt zuerst Komplexität reduziert, erreicht oft mehr, als wenn später am Ausbau gespart wird. raumwert plus wird in der Praxis oft dort eingesetzt, wo Kostentreiber nicht nur benannt, sondern im Konzept konkret zugeordnet und in Varianten sauber gegeneinander abgewogen werden sollen.


13. Welche typischen Fehler passieren im Vorprojekt am häufigsten?

Die häufigsten Fehler sind nicht spektakulär, aber sehr teuer. Ein Klassiker ist die frühe Fixierung auf einen Entwurf ohne echte Alternativen. Ein weiterer Fehler sind fehlende Grundlagen: Dienstbarkeiten, Baulinien oder Erschliessungsdetails tauchen spät auf und zwingen zu Umplanungen. Sehr häufig ist auch eine Kostenschätzung ohne klare Annahmen, wodurch Entscheide auf unklaren Zahlen beruhen.


Beim EFH ist ein typischer Fehler eine schwache Flächenlogik: viel Verkehrsfläche, wenig Stauraum, unklare Technik- und Waschküche, unpraktische Abläufe. Beim MFH ist ein Klassiker, dass Grundrisse zwar sauber aussehen, aber in der Vermietung schwach sind, weil Möblierung, Stauraum, Küchenlage, Nebenräume oder Balkonqualität nicht passen.


raumwert plus wird oft genau dann beigezogen, wenn diese Unsicherheit spürbar ist: Es wirkt nicht falsch, aber es ist nicht belastbar. In dieser Situation hilft meist keine zusätzliche Idee, sondern eine klare Prüfung der Annahmen.


14. Woran erkennen Sie als Laie, ob ein Vorprojekt gut ist?

Sie müssen als Bauherrschaft keine Normen auswendig kennen. Qualität lässt sich auch als Laie erkennen, wenn Sie auf Struktur, Transparenz und Entscheidungsreife achten. Ein gutes Vorprojekt erklärt zuerst, welche Regeln und Annahmen gelten, und zeigt dann, wie der Entwurf daraus entsteht. Es benennt Risiken offen, statt sie zu verstecken, und es macht Varianten wirklich vergleichbar.


Praktische Laien-Checks sind zum Beispiel:

  • Können Sie erklären, warum diese Variante gewählt wurde (nicht nur weil sie besser gefällt)?

  • Sind Flächen und Nebenräume plausibel (Stauraum, Technik, Waschen, Velo/Kinderwagen bei MFH)?

  • Ist Tageslicht, Orientierung und Möblierung nachvollziehbar?

  • Sind Kosten als Bandbreite mit Annahmen dargestellt und gibt es eine Reserve-Logik?


Wenn Sie nach dem Vorprojekt weniger Unsicherheit haben als davor, ist das ein starkes Qualitätszeichen. Wenn Sie nur Pläne sehen, aber keine klare Entscheidungslogik, fehlt oft Substanz.


15. Wie viele Varianten sollten im Vorprojekt geprüft werden?

In der Praxis reichen meist zwei bis drei echte Varianten. Mehr Varianten bringen oft nicht mehr Qualität, sondern mehr Verwirrung. Entscheidend ist, dass Varianten auf denselben Annahmen beruhen und anhand derselben Kriterien bewertet werden. Ein sauberer Variantenvergleich nutzt identische Kennzahlen (Flächen, Volumen, Kostenbandbreite) und bewertet Baurecht, Funktion, Risiko und Kosten.


Typische Fehler sind Scheinvergleiche: Variante B ist günstiger, weil wichtige Positionen fehlen, oder Variante A ist besser, weil Baurecht und Parkierung nicht gleich tief geprüft wurden. Wenn Varianten nicht gleich geprüft sind, ist der Entscheid nicht belastbar.


16. Was ist beim EFH anders als beim MFH?

Beim EFH steht die Lebensqualität im Alltag im Vordergrund. Das Vorprojekt muss sicherstellen, dass Nutzung, Abläufe und Flexibilität stimmen, und dass Standard und Budget zusammenpassen. Themen wie Stauraum, Technik, Aussenraum, Zukunftsfähigkeit (Homeoffice, Alter) sind häufig entscheidend.


Beim MFH kommt eine zweite Logik dazu: Wirtschaftlichkeit und Vermietbarkeit. Hier zählen Flächeneffizienz (Nutzfläche vs. Verkehrsfläche), Marktgängigkeit der Zuschnitte, klare Nebenraumkonzepte, Erschliessung und technische Systeme. Brandschutz und Parkierung sind häufiger limitierend als beim EFH. Kleine konzeptionelle Fehler wirken sich beim MFH oft multipliziert aus, weil sie mehrere Wohnungen gleichzeitig betreffen.


17. Drei Praxisbeispiele: typische Situationen und konkrete Entscheidungen

Praxisbeispiel 1: EFH am Hang und die Kellerfrage

Im Vorprojekt zeigt sich häufig, dass ein Keller am Hang einen grossen Teil des Budgets bindet. Aushub, Abdichtung, Entwässerung und Stützmauern sind nicht nur teuer, sondern auch risikobehaftet. Eine belastbare Entscheidung entsteht erst, wenn Mehrwert (Nutzfläche, Technik, Lager) gegen Kosten und Risiko gestellt wird.

Ein sinnvoller nächster Schritt ist oft, eine echte Alternative zu prüfen, zum Beispiel Teilkeller oder Split-Level. Wenn diese Varianten im Vorprojekt nicht geprüft werden, wird der Keller später gesetzt, obwohl er finanziell das Projekt dominiert.


Praxisbeispiel 2: EFH mit grosszügigem Grundriss, aber schlechter Flächenproduktivität

Ein Grundriss wirkt hochwertig, hat aber überbreite Korridore, unklare Stauraumlösungen und unnötig grosse Verkehrsflächen. Im Vorprojekt kann man das sichtbar machen, indem Flächen sauber getrennt und bewertet werden: Was ist wirklich nutzbar, was ist nur Weg?

Häufig lässt sich mit kleinen Verschiebungen die gleiche Wohnqualität mit weniger Fläche erreichen. Das ist ein direkter Kostenhebel, ohne am Ausbaustandard sparen zu müssen.


Praxisbeispiel 3: MFH mit guter Architektur, aber schwacher Vermietbarkeit

Ein MFH-Entwurf kann sauber aussehen und dennoch in der Vermietung schwach sein, wenn Küchen dunkel sind, Abstellräume fehlen, Zimmer schlecht möblierbar sind oder Balkone nur formal existieren. Im Vorprojekt ist der richtige Zeitpunkt, Grundrisse anhand von Alltag und Markt zu prüfen.

Kleine Änderungen an Türen, Schächten, Nebenräumen oder Wohnungsgrössen können später eine grosse Wirkung auf Vermietbarkeit und Ertrag haben.


raumwert plus wird bei solchen Fragestellungen oft eingesetzt, um Flächenlogik, Kostenhebel und Risiken früh gemeinsam sichtbar zu machen.


18. Welche Rolle spielen SIA 112 und SIA 102 in der Vorprojektphase?

In der Schweiz strukturieren viele Büros Leistungen und Phasen entlang der SIA 112. SIA 102 wird häufig für Leistungsbilder und Honorare als Referenz genutzt. Für Bauherren schafft das Vergleichbarkeit und Klarheit, ersetzt aber nicht die inhaltliche Qualität. Praktisch hilft es, wenn Leistungen und Ergebnisse pro Phase sauber beschrieben sind, damit Sie wissen, was Sie in der Vorprojektphase erwarten dürfen.


19. Was ist der Unterschied zwischen Vorprojekt und Baueingabe?

Im Vorprojekt wird das Konzept entwickelt und entschieden. Es liefert die Entscheidungsgrundlage: Welche Variante, welche Flächenlogik, welche Kostenannahmen, welche Risiken. Die Baueingabe ist danach der formelle Schritt, in dem das Projekt so ausgearbeitet wird, dass es bei der Gemeinde eingereicht und geprüft werden kann. Eine typische Unterstützung von raumwert plus ist, vor der Baueingabe nochmals zu prüfen, ob die entscheidenden Annahmen (Flächen, Standard, Parkierung, Risiken) im Vorprojekt sauber dokumentiert und schlüssig sind.


Vorprojekt vs. Baueingabe:

Thema

Vorprojekt

Baueingabe

Ziel

Lösung finden und entscheiden

Lösung formal einreichen und bewilligen lassen

Fokus

Varianten, Machbarkeit, Kostenbandbreiten, Risiken

Pläne/Nachweise vollständig, regelkonform, einreichfähig

Ergebnis

Entscheidungsgrundlage (warum diese Lösung)

Eingabeunterlagen für Gemeinde/Verfahren

Risiko

falsche Annahmen, unklare Grundlagen

Auflagen, Einsprachen, formale Rückläufe

Wenn das Vorprojekt schwach ist, wird die Baueingabe unruhig, weil plötzlich Grundlagen fehlen oder grosse Themen erst dann sichtbar werden. Ein gutes Vorprojekt macht die Baueingabe planbarer, weil die kritischen Entscheide bereits bewusst getroffen wurden.


20. Was passiert nach dem Vorprojekt bis zur Baueingabe?

Nach dem Vorprojekt folgt die Ausarbeitung des Bauprojekts für die Baueingabe. Pläne werden detailliert, Nachweise erstellt, Fachplanungen vertieft, und die Unterlagen werden so vorbereitet, dass die Gemeinde sie prüfen kann. Je sauberer das Vorprojekt ist, desto ruhiger und effizienter läuft dieser Schritt. Ein schwaches Vorprojekt führt häufig zu Korrekturschleifen, weil im Bewilligungsverfahren plötzlich Themen auftauchen, die man im Vorprojekt hätte klären können.



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