Machbarkeitsstudie und Volumenstudie in der Schweiz: Was private Bauherren wirklich wissen. müssen
- Simon Käslin

- 4. Jan.
- 11 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Kurzzusammenfassung
Eine Machbarkeitsstudie klärt früh, ob ein Bauvorhaben auf einem konkreten Grundstück in der Schweiz rechtlich, technisch und finanziell realistisch ist. Die Volumenstudie ist oft der entwerferische Kern davon und zeigt, welches Bauvolumen und welche Grundrisslogik plausibel sind, häufig in Varianten. Beides schafft Klarheit vor teuren Entscheidungen, reduziert Risiken und verhindert, dass zu früh in eine Richtung geplant wird, die später nicht bewilligungsfähig oder nicht finanzierbar ist.

Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Machbarkeitsstudie und was ist eine Volumenstudie?
Was ist der Unterschied zwischen Machbarkeitsstudie und Volumenstudie?
Wann lohnt sich eine Machbarkeitsstudie in der Schweiz besonders?
Was kostet eine Machbarkeitsstudie oder Volumenstudie in der Schweiz?
Welche baurechtlichen Punkte sind in der Schweiz besonders entscheidend?
Welche technischen und projektspezifischen Punkte werden geprüft?
Wie wird das Projekt wirtschaftlich grob eingeordnet und was kann dabei schiefgehen?
Welche typischen Fehler passieren ohne Machbarkeitsstudie oder mit einer schlechten Studie?
Woran erkennt man eine gute Machbarkeitsstudie und wie lässt sie sich als Laie prüfen?
Wie holen Bauherren das Maximum aus der Machbarkeitsstudie heraus?
Bei frühen Entscheiden sind eine saubere Struktur, klare Annahmen und ein belastbares Fazit entscheidend. Genau darauf ist raumwert plus spezialisiert: Machbarkeitsstudien, Volumenstudien, Grundstücksanalysen und frühe Projektentscheide werden so aufbereitet, dass sie als saubere Entscheidungsgrundlage dienen.
1. Was ist eine Machbarkeitsstudie und was ist eine Volumenstudie?
Eine Machbarkeitsstudie ist eine strukturierte Vorabklärung, die beantwortet:Ist das geplante Bauvorhaben auf diesem Grundstück machbar, und wenn ja unter welchen Bedingungen?
Sie betrachtet nicht nur einen Entwurf, sondern prüft die wichtigsten Einflussfaktoren, die über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Typischerweise geht es um Baurecht, Bewilligungsfähigkeit, technische Umsetzbarkeit, Kostenlogik, Risiken und eine realistische Einschätzung der nächsten Schritte.
Eine Volumenstudie ist in vielen Fällen der entwerferische Teil, der zeigt, welche Baumasse auf dem Grundstück plausibel ist. Sie arbeitet oft mit einfachen 3D-Massenmodellen und skizzenhaften Grundrissen, damit sichtbar wird, wie sich das mögliche Volumen in ein Raumprogramm übersetzen lässt. Häufig werden Varianten erstellt, um Ausnutzung, Qualität, Erschliessung und Kostenwirkung zu vergleichen.
Bei raumwert plus ist genau dieser Punkt zentral: Bauherren sollen nach der Studie nicht „mehr Bilder“ haben, sondern mehr Klarheit. Die Resultate werden deshalb so aufbereitet, dass Entscheide möglich sind: Weitergehen, anpassen oder stoppen und welche Abklärungen sich wirklich lohnen.
2. Was ist der Unterschied zwischen Machbarkeitsstudie und Volumenstudie?
Der Unterschied ist für Bauherren wichtig, weil viele Angebote am Markt die Begriffe vermischen.
Volumenstudie
Hier steht die räumliche Frage im Vordergrund: Wie könnte das Projekt auf dem Grundstück grundsätzlich aussehen? Welche Kubatur ist plausibel, welche Setzung macht Sinn, welche Grundrisslogik funktioniert? Es geht um Baukörper, Geschosse, Erschliessung und die ersten funktionalen Zusammenhänge.
Typisch sind:
Baukörper- und Setzungsvarianten
grobe Grundrissschemata
ein kurzer Variantenvergleich (Qualität, Effizienz, Risiken)
Machbarkeitsstudie
Hier geht es um die entscheidungsrelevante Gesamtsicht. Die Volumenstudie ist oft der Kern, aber es kommt die Realität dazu: Baurecht, technische Machbarkeit, Kostenlogik, Risiken, Abhängigkeiten, Zeitrahmen.
Typisch sind:
baurechtliche Einordnung (inkl. kritische Punkte)
Volumen/Varianten als Basis
grobe Kosten- und Terminlogik
Risiko- und Offene-Punkte-Liste
Fazit: machbar ja/nein und unter welchen Bedingungen
Praktisch bedeutet das: Bei einfachen Situationen kann eine gute Volumenstudie bereits sehr viel Klarheit schaffen. Sobald aber Baurecht, Erschliessung, Budget, Risiko oder Bewilligungschancen unklar sind, reicht „nur Volumen“ oft nicht.
3. Wann lohnt sich eine Machbarkeitsstudie in der Schweiz besonders?
In der Schweiz lohnt sich das sehr oft, weil Regeln und Praxis je nach Gemeinde unterschiedlich sind und weil spätere Korrekturen teuer werden. Besonders sinnvoll ist eine Machbarkeitsstudie immer dann, wenn wichtige Entscheide getroffen werden müssen und zu viele Punkte unklar sind.
Typische Situationen, in denen eine Machbarkeitsstudie besonders sinnvoll ist:
Vor dem Grundstückskauf: Es soll klar sein, ob das Zielprojekt wirklich passt.
Unklare Ausnutzung: AZ, BMZ, GFZ, Überbauungsziffer oder Spezialregeln zur Anrechnung von Flächen.
Hanglagen: Baugrube, Stützmauern, Terrainbezug, Erschliessung und Kostenrisiko.
MFH und Renditeobjekte: Effizienz, Nebenflächen, Erschliessungskerne, Wohnungstypen und Marktfähigkeit.
Ortsbild, Schutz, Gewässer, Gefahrenkarten: Sobald eine Einschränkung im Raum steht.
Dienstbarkeiten und Rechte: Wegrechte, Leitungsrechte, Näherbaurechte oder fehlende Zufahrtsrechte.
Zeitdruck: Wenn Einzugstermin, Verkaufstermin oder Finanzierung eng sind.
Eine Machbarkeitsstudie ist auch dann sinnvoll, wenn bereits ein Grundstück vorhanden ist, aber die Planung „nicht stabil“ wird. Dann liegt die Ursache oft in einem nicht sauber geklärten Rahmen. Genau dort setzt raumwert plus häufig an: zuerst Rahmen klären, dann Varianten sauber aufbauen, erst danach in die nächste Phase.
4. Welche konkreten Vorteile haben Bauherren?
Eine Machbarkeitsstudie hat keinen Selbstzweck. Sie soll ganz konkret helfen und zwar so, dass mit weniger Unsicherheit entschieden werden kann.
4.1 Klare Entscheidungsgrundlage statt Bauchgefühl
Es entsteht eine nachvollziehbare Aussage, ob das Projekt grundsätzlich funktioniert. Idealerweise nicht als weicher Text, sondern als klare Einordnung mit Bedingungen. Für Bauherren ist das oft der wichtigste Punkt: nicht „es könnte gehen“, sondern „es geht, wenn …“ oder „es geht nicht, weil …“.
4.2 Risikominimierung
Viele teure Probleme entstehen, weil am Anfang etwas Grundsätzliches übersehen wird.
Häufige Beispiele sind:
eine Vorschrift, die Geschosszahl oder Gebäudehöhe begrenzt
Parkierungsanforderungen, die Fläche fressen oder eine Tiefgarage auslösen
Erschliessung, die nicht gesichert ist
Schutzauflagen, die Gestaltung oder Material massiv beeinflussen
Kostenblöcke, die erst spät sichtbar werden
Eine gute Studie macht diese Punkte früh sichtbar. Das ist nicht dramatisch, sondern genau der Sinn davon.
4.3 Kostensicherheit in der richtigen Tiefe
Nicht bis auf den Franken, aber so, dass Budget, Standard und Volumen zusammenpassen. Eine gute Machbarkeitsstudie macht Kostentreiber sichtbar und benennt Unsicherheiten, statt Scheinpräzision zu liefern.
4.4 Bessere Planung durch Varianten
Varianten sind nicht „Spielerei“. Sie helfen, echte Zielkonflikte zu verstehen, zum Beispiel:
mehr Fläche vs. bessere Aussenräume
maximale Ausnutzung vs. Bewilligungsrisiko
mehr Parkierung vs. mehr Wohnqualität
Untergeschosslösungen vs. Kosten und Baugrube
4.5 Realistischer Zeitplan
Viele Bauherren unterschätzen Verfahren und Abklärungen. Eine Machbarkeitsstudie ordnet grob ein, was realistisch ist und welche Abhängigkeiten früh kommen. Das verhindert später Stress, Umplanungen und falsche Erwartungen.
5. In welcher Phase macht das Sinn und wann ist es zu spät?
Je früher, desto besser. Der grösste Nutzen entsteht vor verbindlichen Entscheidungen.
Sinnvolle Zeitpunkte:
vor Kauf oder vor Abschluss von Vorverträgen
ganz am Anfang des Projekts, bevor eine Lösung festgelegt wird
spätestens bevor teure Detailplanung, Fachplaner-Iterationen oder Baueingabe-Logik starten
Wenn erst nach der Baueingabe sichtbar wird, dass Grundannahmen falsch waren, wird es teuer und langsam. Viele Korrekturen lösen Ketten aus: Pläne, Statik, Haustechnik, Brandschutz, Kosten, Verträge und Termine hängen zusammen.
6. Wer erstellt eine Machbarkeitsstudie oder Volumenstudie und worauf sollten Bauherren bei der Auswahl achten?
In der Praxis erstellen das meist Architekten oder Architekturbüros, teilweise ergänzt durch Ingenieure oder weitere Fachleute. Entscheidend ist weniger der Titel, sondern ob Entwurf, Baurecht, technische Plausibilität und Kostenlogik zusammengebracht werden.
Worauf Bauherren achten sollten:
6.1 Erfahrung mit lokalen Regeln
Machbarkeit ist in der Schweiz stark gemeindeabhängig. Wer die lokale Praxis kennt, erkennt Fallstricke schneller und weiss, welche Punkte in Vorabklärungen wirklich kritisch sind.
6.2 Fähigkeit, Baurecht, Entwurf und Wirtschaftlichkeit zusammenzubringen
Eine reine Entwurfsstärke reicht nicht, wenn baurechtliche Hebel nicht sauber geprüft werden oder Kosten ausgeblendet werden. Umgekehrt ist ein reiner „Regel-Check“ ohne brauchbare Entwurfslogik oft nutzlos.
6.3 Interdisziplinärer Zugriff
Je nach Projekt müssen zusätzliche Abklärungen möglich sein, zum Beispiel:
Geologie / Altlasten bei Verdacht
Verkehr und Zufahrt
Lärm / Immissionen
Spezialfälle wie Schutzauflagen oder Gewässerräume
6.4 Unabhängigkeit und Ehrlichkeit
Eine seriöse Machbarkeitsstudie kann auch zu einem „Stopp“ führen. Das ist oft der grösste Mehrwert, weil es teure Fehlwege verhindert.
Bei raumwert plus ist dieses „Stopp oder Kurswechsel“ ausdrücklich Teil der Arbeit: Wenn die Grundlagen nicht stimmen, wird das früh sichtbar gemacht und es werden Optionen aufgezeigt, statt unnötig Planungsschlaufen zu drehen.
7. Was kostet eine Machbarkeitsstudie oder Volumenstudie in der Schweiz?
Kosten hängen stark von Projektgrösse, Komplexität und Leistungsumfang ab. Damit Bauherren eine klare Orientierung haben, hier realistische mögliche Kosten in CHF (als Grössenordnung, je nach Fall kann es darunter oder darüber liegen).
7.1 Richtwerte in Zahlen (CHF)
Projekttyp / Leistungsumfang | Typische Kostenbandbreite (CHF) | Was typischerweise enthalten ist |
Volumenstudie EFH | 2’000 bis 15’000 | 1 bis 2 Varianten, Baukörperlogik, einfache Grundrissschemata, kurzer Variantenvergleich |
Machbarkeitsstudie EFH | 2’000 bis 15’000 | Baurechtliche Einordnung, Volumen/Varianten, grobe Kostenlogik, Risiken/offene Punkte, nächster Schritt |
Volumenstudie MFH | 4’000 bis 40’000+ | Varianten, Wohnungstypenlogik, Erschliessung, Nebenflächenüberblick, Effizienzsicht |
Machbarkeitsstudie MFH | 4’000 bis 40’000+ | Baurecht, Varianten, Kostenlogik, Risikoanalyse, Abhängigkeitsthemen, grobe Terminlogik |
7.2 Warum diese Bandbreite so gross ist
Der Preis wird primär durch den Aufwand bestimmt. Die grössten Treiber sind:
Anzahl Varianten und Iterationsschlaufen
Komplexität der Vorgaben (Sondernutzungspläne, Schutz, Terrain)
Parkierung und Untergeschosse (oft grosse Kostentreiber)
ob Behördenvorabklärungen integriert werden sollen
Datenlage und Dokumentenqualität
ob eine grobe Kostenlogik nur plausibilisiert oder strukturiert hergeleitet wird
7.3 Wie Angebote sinnvoll verglichen werden können
Der Preis allein sagt wenig. Bauherren sollten gezielt nach dem Output fragen:
Gibt es Varianten oder nur eine Skizze?
Gibt es eine klare Risiko- und Offene-Punkte-Liste?
Gibt es eine nachvollziehbare Kostenlogik oder nur eine Summe?
Gibt es ein klares Fazit mit Bedingungen?
Wenn diese vier Punkte sauber beantwortet sind, entsteht meist eine Studie, die wirklich weiterbringt.
8. Welche Inhalte muss eine gute Machbarkeitsstudie abdecken?
Eine gute Machbarkeitsstudie ist kein schönes PDF ohne Konsequenz. Sie muss so aufgebaut sein, dass Entscheidungen möglich sind.
Typische Inhalte, die wirklich helfen:
Baurechtsanalyse: Zone, Kennzahlen, Abstände, Höhen, Parkierung, Sonderregeln
Volumen- und Variantenstudie: Baukörper, Setzung, Geschossigkeit, Erschliessung, Grundrisslogik
Technische Machbarkeit: Erschliessung, Terrain, Baufeld, Baugrube, Baustellenlogistik
Grobe Kostenschätzung: Kostentreiber, Unsicherheiten, Plausibilisierung
Bewilligungsfähigkeit: Einschätzung von Chancen, Risiken, Abhängigkeiten
Risikoliste und offene Punkte: was vor Baueingabe geklärt sein muss
Grober Zeitplan: Meilensteine, kritische Abklärungen, Verfahrensdauer
Fazit: machbar ja oder nein, und welche Bedingungen gelten
So arbeitet raumwert plus in solchen Studien typischerweise: zuerst die harten Rahmen (Baurecht, Baufeld), dann Varianten, dann Kostenlogik und Risiken, und am Schluss ein Fazit, das als Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte genutzt werden kann.
9. Welche baurechtlichen Punkte sind in der Schweiz besonders entscheidend?
Hier passiert in der Praxis am meisten. Und hier unterscheiden sich Gemeinden stark. Viele Probleme entstehen nicht, weil „das Grundstück schlecht ist“, sondern weil einzelne Regeln falsch verstanden oder zu spät geprüft wurden.
Wichtige baurechtliche Themen:
9.1 Zone und Nutzung
Ist das Vorhaben zonenkonform? Gibt es Einschränkungen in der BZO oder Sondernutzungspläne? Gerade bei MFH ist das oft der erste harte Filter.
9.2 Ausnutzung und Kennzahlen
Je nach Gemeinde gelten AZ, BMZ, GFZ, Überbauungsziffer oder andere Kennwerte. Entscheidend ist:
wie Flächen angerechnet werden
ob Nebenflächen, Treppen, Technik, Balkone, Wintergärten, Untergeschossflächen anders zählen
ob Bonusregelungen existieren oder Einschränkungen greifen
9.3 Abstände, Höhen, Geschosse, Baulinien
Das klingt banal, ist aber oft der limitierende Faktor:
Grenzabstände und Gebäudeabstände
maximale Gebäude- und Firsthöhe
Anzahl Geschosse, Dachformvorgaben
Baulinien oder Vorbehaltslinien (zum Beispiel für Strassenraum oder Gewässer)
9.4 Parkierung und Erschliessung
Parkierungsanforderungen lösen häufig grosse Konsequenzen aus:
mehr Parkplätze als gedacht
Flächenverbrauch im Aussenraum
Tiefgarage als Kostentreiber, wenn anders nicht lösbar
Zufahrtsbreite, Wendeplätze, Steigungen
9.5 Ortsbild und Schutz
Wenn Ortsbildschutz, Inventarobjekte oder Schutzauflagen greifen, ändern sich Entwurf und Materialisierung oft deutlich. Eine Machbarkeitsstudie muss das früh erkennen, sonst wird an der Realität vorbei geplant.
9.6 Gewässer, Gefahrenkarten, Umwelt
Gewässerabstände, Hochwassergefahren, Rutschungen, Lärmzonen und weitere Vorgaben beeinflussen das Baufeld und die Kosten.
10. Welche technischen und projektspezifischen Punkte werden geprüft?
Eine Machbarkeitsstudie muss technische Themen so weit prüfen, dass sichtbar wird, ob es grundsätzlich schwierig oder teuer wird. Es geht nicht um Detaildimensionierungen, sondern um Plausibilität und Risiken.
Typische Punkte:
Erschliessung mit Wasser, Abwasser, Strom, Kommunikation
Zufahrt und Baustellenlogistik
Terrain, Baugrube, Stützmauern, Böschungen bei Hang
plausibles Tragwerksprinzip (nicht berechnet, aber logisch)
Technikflächen und Nebenräume in plausibler Grösse
bei MFH: Erschliessungskern, Schächte, Fluchtwege, Nebenflächenlogik
Wichtig ist die Ehrlichkeit: Wenn ein Punkt ohne Zusatzabklärung nicht beurteilbar ist, muss das in der Studie klar stehen, inklusive Vorschlag, wie man ihn schliesst.
11. Wie wird das Projekt wirtschaftlich grob eingeordnet und was kann dabei schiefgehen?
Bauherren wollen früh wissen, ob es finanziell passt. Das ist legitim. Aber genau hier passieren die grössten Missverständnisse, weil am Anfang oft zu optimistisch gerechnet wird oder wichtige Themen fehlen.
Eine sinnvolle wirtschaftliche Einordnung beinhaltet:
Grobkosten mit klaren Annahmen zu Standard, Komplexität und Nebenflächen
Sichtbarmachen der Kostentreiber (Hang, UG, Parkierung, Hülle, Ausbau)
Kennzeichnung von Unsicherheiten (z.B. Baugrund, Schutzauflagen, Erschliessung)
Aussage, wie robust die Schätzung ist (Bandbreite statt Scheinpräzision)
Was oft schiefgeht:
Kosten werden weggelassen oder zu optimistisch dargestellt
Nebenkosten und Abhängigkeiten fehlen
ein Projekt wirkt „machbar“, bis Parkierung oder Hangkosten alles kippen
bei MFH werden Nebenflächen und Erschliessung unterschätzt, Effizienz wirkt besser als sie ist
Gerade bei Renditeobjekten ist es hilfreich, wenn die Studie nicht nur eine Fläche zeigt, sondern auch erklärt, wie die vermietbare Fläche entsteht und wo Effizienz verloren geht. Das ist ein typischer Hebel aus der Projektoptimierungspraxis von raumwert plus.
12. Welche typischen Fehler passieren ohne Machbarkeitsstudie oder mit einer schlechten Studie?
Das sind die Klassiker aus der Praxis:
Es wird mit einem schönen Entwurf gestartet, aber ohne saubere Baurechtslogik.
Es wird sich auf mündliche Aussagen verlassen statt auf nachvollziehbare Abklärungen.
Parkierung und Erschliessung werden zu spät ernst genommen.
Kosten werden zu spät eingeordnet, dann sind bereits viele Entscheidungen gefallen.
Risiken wie Dienstbarkeiten oder Schutzauflagen tauchen erst im Verfahren auf.
Es wird zu früh detailliert geplant, bevor klar ist, ob das Grundkonzept stabil ist.
Ohne saubere Vorprüfung kann es zu abgelehnten Baugesuchen, Verzögerungen, Umplanungen und unnötigen Zusatzgutachten kommen. Das kostet Zeit und Geld, und es verunsichert alle Beteiligten.
13. Woran erkennt man eine gute Machbarkeitsstudie und wie lässt sie sich als Laie prüfen?
Bauherren müssen keine Normen auswendig können, um Qualität zu erkennen. Es reichen einige klare Kriterien.
13.1 Transparente Annahmen
Eine gute Studie zeigt, welche Annahmen getroffen wurden und warum. Beispiel: Wie wurde die Ausnutzung gerechnet? Welche Flächen wurden wie angerechnet?
13.2 Klare Trennung von Fakten, Interpretation und offenen Punkten
Fakten: Regelwerke, Kennzahlen, harte Vorgaben.
Interpretation: Einschätzung der Bewilligungsfähigkeit, Variantenbewertung.
Offen: Punkte, die ohne Zusatzabklärung nicht sicher sind.
13.3 Varianten mit nachvollziehbarem Vergleich
Nicht nur „Variante A und B“, sondern erklärt:
warum A besser oder schlechter ist
welche Risiken und Kostenwirkungen entstehen
welche Variante die Ziele besser trifft
13.4 Klares Fazit
Am Ende muss stehen, ob es machbar ist, und wenn ja unter welchen Bedingungen. Kein Weichspültext.
13.5 Sinnvolle Tiefe
Zu oberflächlich hilft nicht. Zu detailliert ist oft unnötig teuer. Die richtige Tiefe ist: genug, um sauber zu entscheiden.
14. Wie holen Bauherren das Maximum aus der Machbarkeitsstudie heraus?
Hier sind die Punkte, die in der Praxis am meisten bringen:
14.1 Ziele sauber formulieren
Vorab lohnt es sich, das Projekt kurz zu definieren:
EFH oder MFH, grobe Grössenordnung
Standard und Budgetrahmen
Zeitplanwunsch
Muss-Kriterien (z.B. Anzahl Zimmer, Tiefgarage ja/nein, barrierefrei)
Je klarer das Ziel, desto zielgerichteter die Studie.
14.2 Unterlagen zusammenstellen
Hilfreich sind:
Grundbuchauszug, Katasterplan, Parzellennummer
bekannte Dienstbarkeiten und Rechte
Fotos, bestehende Pläne, Leitungsinformationen
wenn vorhanden: frühere Projekte oder Voranfragen
14.3 Varianten zulassen
Mindestens dort, wo echte Zielkonflikte bestehen. Ohne Varianten ist es oft nur eine Meinung, nicht eine Entscheidungsgrundlage.
14.4 Offene Punkte früh schliessen
Es lohnt sich, explizit nach den zwei bis drei grössten Unsicherheiten zu fragen. Und dann: Wie werden sie geklärt? Wer klärt sie? Bis wann?
14.5 Ergebnis strategisch nutzen
Eine saubere Machbarkeitsstudie hilft auch ausserhalb der Planung:
Gespräche mit Bank oder Finanzierung
Entscheidung beim Grundstückkauf
bessere Aufgabenstellung für die nächste Phase
klare Kommunikation mit Partnern und Beteiligten
Bei raumwert plus wird dafür oft ein sehr simples Prinzip verwendet: Nach der Studie sollen Bauherren in der Lage sein, in drei Sätzen zu sagen, was möglich ist, was kritisch ist, und was als nächstes passieren muss. Wenn das nicht gelingt, war die Studie zu wenig klar.
15. Praxisbeispiele
15.1 Ortsbildschutz zwingt zu Anpassung, Projekt wird bewilligungsfähig
Ein modernes Konzept mit Flachdach wirkt schlüssig, scheitert aber an Schutzauflagen. Die Machbarkeitsstudie erkennt das früh und entwickelt eine Variante, die zur Praxis passt. Ergebnis: bewilligungsfähige Lösung statt teurer Umplanung nach Einreichung.
15.2 Hanggrundstück: Erschliessung und Baugrube machen es wirtschaftlich unvernünftig
Die Studie zeigt, dass Stützmauern, Baugrube und Zufahrt enorme Kosten auslösen. Ergebnis: Projekt wird früh gestoppt oder auf anderes Grundstück verlagert. Das spart im besten Fall sehr viel Geld und Zeit.
15.3 Zeitplan wird realistisch, dadurch weniger Stress und weniger Zusatzkosten
Bauherren planen mit einem Wunschdatum. Die Studie ordnet Verfahren, Abklärungen und Bauzeit realistisch ein. Ergebnis: weniger Zeitdruck, weniger teure Zwischenlösungen.
15.4 Negativbeispiel ohne Vorprüfung
Ohne Machbarkeitslogik fehlen klare Flächenzuweisungen, Kosten bleiben unklar, und das Projekt gerät in Verzögerung und Umplanung. Ergebnis: mehr Aufwand unter Zeitdruck, genau das, was mit einer frühen Studie vermieden werden soll.
16. FAQ: Häufige Fragen von privaten Bauherren in der Schweiz
16.1 Brauchen private Bauherren wirklich eine Machbarkeitsstudie für ein Einfamilienhaus?
Wenn Grundstück und Regeln klar sind, reicht manchmal eine fokussierte Volumenstudie. Sobald aber Ausnutzung, Abstände, Parkierung, Hang, Schutz oder Budgetfragen unsicher sind, lohnt sich eine Machbarkeitsstudie sehr schnell.
16.2 Ist eine Machbarkeitsstudie schon ein Vorprojekt?
Nein. Sie ist vor dem Vorprojekt angesiedelt und soll die Grundlagen klären, damit das Vorprojekt stabil und zielgerichtet werden kann.
16.3 Kann man das nicht selbst prüfen, Zonenplan anschauen und rechnen?
Ein Teil ist selbst möglich. In der Praxis scheitert es oft an Details der Anrechnung, an Sonderregeln und an der lokalen Auslegung. Genau dort entstehen später die grossen Probleme.
16.4 Wie viele Varianten sind sinnvoll?
Bei EFH reichen oft 1 bis 2 Varianten, wenn die Fragestellung klar ist. Bei MFH sind Varianten meist zentral, weil Erschliessung, Effizienz, Wohnungstypen und Parkierung stark miteinander verknüpft sind.
16.5 Was ist das wichtigste Ergebnis, das am Schluss vorliegen sollte?
Ein klares Fazit mit Bedingungen: Ist es machbar ja oder nein? Was sind die grössten Risiken? Was sind die nächsten Schritte, damit sicher weitergegangen werden kann?
Bei solchen frühen Entscheiden sind eine saubere Struktur, klare Annahmen und ein belastbares Fazit entscheidend. Genau darauf ist raumwert plus spezialisiert: Machbarkeitsstudien, Volumenstudien, Grundstücksanalysen und frühe Projektentscheide werden so aufbereitet, dass sie als saubere Entscheidungsgrundlage dienen.



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